Zufriedenheit allenthalben bei Ibbenbürener Pokal-Aus | Rolf-In-Action
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Zufriedenheit allenthalben bei Ibbenbürener Pokal-Aus

Bericht: Thomas Wägener
Fotos: Rolf Grundke,
LIVE-Ticker: Eike Grundke

Vielen Dank an Eike und Thomas für eure Arbeit im Team, die ihr heute geleistet habt! Ich fand, wir haben uns sehr gut ergänzt. Eikes LIVE-Ticker hat über 3500 Menschen erreicht – klasse, das wiederholen wir!

 

DFB Pokal Achtelfinale Frauen  

DJK Arminia Ibbenbüren – FC Bayern München 0:8 (0:3)

Westfalenligist DJK Arminia Ibbenbüren ist durch ein 0:8 (0:3) gegen Bundesligist FC Bayern München im Achtelfinale des DFB Pokals ausgeschieden. Vor 2632 Zuschauern bot der Underdog gegen den mit Nationalspielern gespickten amtierenden deutschen Meister dennoch eine gute Leistung.

 

Die Marschroute der Ibbenbürenerinnen, möglichst lange ein 0:0 zu halten, war schnell Makulatur. Bereits in der 2. Minute erzielte Vivianne Miedema nach einem Pass aus dem Mittelfeld das 0:1. Während der gesamten 90 Minuten dominierten die vier Klassen höher spielenden Gäste aus der Bayerischen Hauptstadt und ließen Ball und Gegner laufen. Immer wieder zogen sie das Spiel geschickt in die Breite und stellten Ibbenbürens Abwehr vor allem über die Außenpositionen vor Probleme. In der 9. Minute tankte sich Katharina Baunach über die rechte Seite bis zur Grundlinie durch, passte zurück in die Mitte auf Miedema, die aus sieben Metern ihren zweiten Treffer erzielte. Nach einer Viertelstunde waren die Protagonistinnen dieselben. Diesmal legte die niederländische Nationalspielerin für Baunach auf, die nur das Außennetz traf. Eine Minute später flankten die Bayern wieder über rechts, Miedema ließ durch für die hinter ihr mitgelaufene Verena Faißt, die die Kugel freistehend über den Kasten drosch. Ibbenbüren kam nur selten zur Entlastung, sodass FCB-Torhüterin Tinja-Riikka Korpela beinahe nur nach Rückpässen an den Ball kam. Auf der Gegenseite rückte Arminia-Keeperin Stefanie Kösters mehr und mehr in den Brennpunkt. Zunächst rettete sie gegen Leonie Maier (27.), 60 Sekunden später parierte sie einen Drehschuss von Miedema. Nach genau einer halben Stunde hatten dann die Arminen ihre gefährlichste Szene vor der Pause. Richtig gefährlich wurde es aber nicht. In der 33. Minute schlug es dann zum dritten Mal im Tor der Gastgeberinnen ein. Torschützin war Sara Däbritz die, die nach einem Eckball per Kopf auf 0:3 stellte. In der 38. Minute demonstrierte Miedema dann erneut ihre Klasse, die den Ball aus rund 20 Metern ansatzlos an die Latte hämmerte. Sekunden später klärte Kösters mit einer spektakulären Fußabwehr einen Kopfball der agilen Stürmerin. Fünf Minuten vor der Pause konnte die Arminia-Abwehr einen Schuss von Lisa Evans klären, gegen den ihre Schlussfrau machtlos gewesen wäre.

 

Auch im zweiten Abschnitt setzte sich das Spiel auf ein Tor fort. In der 47. Minute musste sich Stefanie Kösters bei einem Feißt-Drehschuss aus 20 Metern strecken. Drei Minuten später schnürte Däbritz freistehend den Doppelpack zum 0:4 und sechs Minuten später markierte Miedema per Kopf nach Baunach-Vorlage ihren dritten Treffer. In der 58. Minute scheiterte die ebenfalls freistehende Evans am Querbalken, Miedema hatte zuvor die Kugel durchgelassen und dadurch ihre Teamkollegin in Position gebracht. Auf der Gegenseite hätte Ibbenbüren beinahe von einem Strauchler Korpelas profitiert, die aber doch noch an den Ball kam und klären konnte. In der 64. Minute machte Katharina Baunach per Foulelfmeter für den Bundesligisten das halbe Dutzend voll. Drei Minuten später erhöhte Simone Laudehr per Kopf im dritten Nachsetzen. Nachdem Kösters eine Viertelstunde vor dem Abpfiff einen weiteren Fernschuss zur Ecke geklärt hatte, gab es im Anschluss an die Standardsituation in der 77. Minute nach einem Rempler den zweiten Strafstoß für die Bayern. Diesmal trat die eingewechselte Carina Wenniger an und verwandelte unhaltbar hoch ins rechte Eck zum 0:8-Endstand. Die letzte Chance hatte drei Minuten später die unermüdliche Evans, die aus spitzem Winkel nur den Pfosten traf. Fast pünktlich pfiff die Unparteiische die einseitige aber überaus faire Partie ab, die in Bayern München den standesgemäßen Sieger hatte. Doch auch die tapfer kämpfenden Gastgeberinnen hatten Grund zur Freude, denn sie trugen mit einer couragierten Leistung bei perfekten äußeren Bedingungen zu dem Fußballfest bei und hielten die Niederlage immerhin gegen den vier Klassen höheren Gegner im einstelligen Bereich.

Das Erlebnis stand im Vordergrund

Trotz der acht Gegentore war Arminias Torhüterin Stefanie Kösters die herausragende Akteurin in Reihen des Westfalenligisten. „Wir können stolz sein, auf das, was wir heute gegen diese Weltmannschaft als Team geleistet haben. Vor dem Spiel haben wir unsere Chancen sehr realistisch einordnen können.“ Auch für Teamkollegin Imke Eversmeyer stand das Erlebnis im Vordergrund. „Es war klasse, vor dieser großartigen Kulisse gegen diesen Gegner spielen zu dürfen. Ich denke, wir haben es gut gemacht“, so die Stürmerin, die „selten im Spiel so viel laufen musste.“

Nach dem Abpfiff nahmen sich auch die Spielerinnen des dreimaligen deutschen Frauenfußballmeisters Zeit, um Foto- und Autogrammwünsche zu erfüllen. „Es hat riesig Spaß gemacht, vor dieser großen Kulisse hier in Ibbenbüren Fußball zu spielen“, sagte Nationalspielerin und Doppeltorschützin Sara Däbritz. „Wir haben uns eine Vielzahl an Torchancen herausgespielt und hätten eigentlich noch höher gewinnen müssen. Ziel sei es auch gewesen, Selbstvertrauen für die nächsten Spiele zu tanken. „Das ist uns gelungen“, so Däbritz.

Für alle Ibbenbürenerinnen wird das Spiel wohl für immer unvergessen bleiben, auch weil jede Spielerin gleich zwei Exemplare der Pokal-Trikots erhielt, die extra für die Partie bedruckt worden waren. Neben den Namen der Spielerinnen auf dem Rücken stand vorne die Spielpaarung und das Datum der Partie. Ein besonderes Schmankerl gab es nach Spielende aber noch für Arminias Lea Brüning. Diese hatte Münchens Leonie Maier getunnelt und dafür ein handsigniertes Trikot von der Nationalspielerin bekommen.