Wer hat die besseren Torschützen, Frauen oder Männer? | Rolf-In-Action
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Wer hat die besseren Torschützen, Frauen oder Männer?

Die Wertigkeit eines Torjägers

Die Ermittlung des besten Torschützen in einem Fußballkreis ist sehr komplex

 

Ein Erklärungsversuch

Will man die beste Torschützin/den besten Torschützen eines Fußballkreises ermitteln, macht man es sich zu einfach, wenn man die erzielten Tore nimmt und der, der am meisten geschossen hat, ist der Sieger. Die Sache ist viel komplexer! In der Kreisliga C der Beste zu sein ist sicherlich anders zu bewerten, als der Beste in der Bezirksliga zu sein, Frauen und Männerfußball ist verschieden zu bewerten, Junioren spielen anders als Senioren. In 20 Spielen 30 Tore erzielt zu haben ist schwieriger, als das in 25 Spielen zu schaffen, klar. 

Die Anzahl der Spiele muss gleich sein!

Wie aber ermittelt man denn nun einen Torschützenkönig, ohne die direkte Anzahl der geschossenen Tore zugrunde zu legen? Da gibt es sicherlich verschiedene Faktoren, die da entscheidend sind, einer allerdings wäre schon mal klar, man muss zunächst einmal die geschossenen Tore durch die Anzahl der Spiele dividieren. Dann bekommt man den Wert der erzielten Tore pro Spiel.

Berücksichtigung der Wertigkeit der Liga

Das ist aber noch nicht alles, jetzt müsste man jeder Spielklasse einen eigenen Wert zumessen, den man als Faktor benutzt und mit dem man die erzielten Tore pro Spiel multipliziert. Das könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen.

Kreisliga C x 0,6

Kreisliga B x 0,8

Kreisliga A x 1,0

Bezirksliga x 1,2

Landesliga x 1,4

Westfalenliga x 1,6

Regionalliga x 1,8

Bundesliga x 2,0

 

Frauenfußball ist ein anderer als der der Männer, Junioren spielen anders als Senioren

Zusätzlich müsste man auch berücksichtigen, dass im Jugendbereich mehr Tore erzielt werden, als im Seniorenbereich und das bei den Frauen mehr Tore erzielt werden, als bei den Männern. Schmeißt man sie alle in einen Topf, müsste man auch hier theoretisch verschiedene Faktoren heranziehen.

Beispiel:

Männer 1,0

Frauen 0,8

Junioren 0,9

Mädchen 0,7

 

Beispiel 1

Sarah Peitschmeyer vs Stephanie Ahlers

Peitschmeyer, 29 Tore in 14 Spielen = 2,07 Tore/Spiel x 1,0 (KLA) = 2,07 x 0,8 (Frauen) = 1,65

Ahlers, 50 Tore in 27 Spielen = 1,85 Tore/Spiel x 1,2 (Faktor) = 2,22 x 0,8 (Frauen) = 1,78

Beispiel 2

Max Koslow vs Kevin Wolff

Koslow, 42 Tore in 30 Spielen = 1,4 Tore/Spiel x 0,8 (Faktor) = 1.12

Kevin Woff, 36 Tore in 30 Spielen = 1,2 Tore/Spiel x 1,0 (Faktor) = 1,20

Beispiel 3

Lina Jäger vs Malte Kämmer

Lina Jäger, 28 Tore in 22 Spielen = 1,27 Tore/Spiel x 1,8 (Faktor) = 2,29 x 0,7 (Mädchen) = 1,60

Malte Kämmer, 27 Tore in 22 Spielen = 1,23 Tore/Spiel x 1,0 (Faktor) = 1,23 x 0,9 (Junioren) = 1,11

 

Die Platzierungen nach den drei Beispielen

 

Platz 1 Stephanie Ahlers, Wert 1,78

Platz 2 Sarah Peitschmeyer, Wert 1,65

Platz 3 Lina Jäger, Wert 1,60

Platz 4 Kevin Wolff, Wert 1,20

Platz 5 Max Koslow, Wert 1,12

Platz 6 Malte Kämmer, Wert 1,11

 

 

Was heißt das nun?

Vielleicht habe ich es mir immer noch zu einfach gemacht und man müsste noch ganz andere Untersuchungen anstellen um die richtigen Werte zu ermitteln, aber wollen wir den Fußball mal nicht mehreren wissenschaftlichen Studien unterziehen und diesen Sport einfach das sein lassen, was er ist, die schönste Nebensache der Welt!

Ein Fazit!

Sieht man sich die diese Werte genau an, stellt man fest, dass die Frauen/Mädchen immer noch sehr viel höhere Werte haben als die Männer/Junioren. Jetzt könnte man hingehen und die Faktoren zur Umrechnung für die Frauen und Mädchen noch weiter heruntersetzen, aber das geht auch nicht, denn das Leistungsgefälle bei den weiblichen Spielerinnen ist nun mal ein anderes, als das bei den männlichen Spielern; heißt im Klartext:

Es gibt bei den Frauen/Mädchen häufig Spielerinnen, die sich stark vom Rest der Mannschaft abheben und oft den Unterschied ausmachen. Das sind dann in der Regel auch die Fußballerinnen, die sehr viele Tore schießen. Solche Spielerinnen entscheiden oft ein Spiel fast im Alleingang. Schauen wir uns mal die Mädels an, die oben in den Beispielen genannt sind, stellen wir bei allen dreien dieses Phänomen fest, was nicht heißen soll, dass Lina, Sarah und Stephanie nicht auch die gesamte Mannschaft bräuchten, um diese Leistungen zu bringen. Auch Kevin, Max und Malte sind sicherlich Ausnahmespieler, aber sie heben sich nicht in dem Maße von dem Rest der Mannschaft ab, wie das bei den Frauen der Fall ist.

Mich lässt das zu dem Schluss kommen, dass es eigentlich keine gemeinsame Bewertung geben darf, sondern dass man den weiblichen und männlichen Fußball von einander trennen muss. Beide Spielsysteme für sich gesehen machen jedes einzelne sehr interessant. Erfolgreicher Frauenfußball wird sich immer von erfolgreichen Männerfußball unterscheiden, weil dem Erfolg unterschiedliche Kriterien zugrunde liegen.

Bleibt am Ende noch die Frage offen: Welche Kriterien würdet ihr zur Ermittlung heranziehen?