Wenn Fair Play in der Aufstiegsrunde mit Füßen getreten wird | Rolf-In-Action
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Wenn Fair Play in der Aufstiegsrunde mit Füßen getreten wird

Wenn die zweiten Mannschaften aufrüsten

Verl II und Wiedenbrück II setzten viele Spieler aus der Westfalen-/Landesliga ein

 

Lottes U17 und Laggenbecks U19 vor unlösbaren Aufgaben

Die Diskussion darüber, ob und wie viele Spieler eine zweite Mannschaft in einer Aufstiegsrunde aus der ersten Mannschaft einsetzen darf, wird es immer wieder geben. Der Fairness halber muss da aber in Zukunft auch eine Beschränkung im Hinblick auf die „normalen“ Mannschaften beschlossen werden. Der Sinn dieser Aufstiegsrunden geht sonst verloren.

Es kann nicht sein, dass Vereine, wie beispielsweise Verl oder Wiedenbrück, in einer Aufstiegsrunde zur Bezirksliga gleich die halbe Mannschaft aus der Westfalen-/ Landesliga auflaufen lassen. Das ist im höchsten Maße unfair, gleich in doppelter Hinsicht. Zum einen filtert man seine schwachen Spieler der zweiten Mannschaft aus und ersetzt sie durch Stammspieler der ersten Mannschaft und verschafft sich so ein Übergewicht gegenüber den „reinen“ Kreisliga A-Ligisten. Die haben dann keine Chance mehr und müssen hoffen, das sie in den verbleibenden Spielen die anderen Mitkonkurrenten hinter sich lassen. Zum anderen ist dieses Handeln den eigenen schwächeren Spielern gegenüber unfair, denn auch die haben während der Saison dafür gesorgt, dass ihre Mannschaft die Aufstiegsrunde erreicht hat, und nun sind sie aber nicht gut genug, diese Runde auch mitzuspielen.

Man spricht hier über Juniorenfußball, über Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahre, das muss man bedenken. Der Frust der B Jugendlichen der Sportfreunde Lotte beispielsweise über das 0:4 beim SC Wiedenbrück II, das auch gleichzeitig das Ausscheiden zur Folge hatte oder die herbe Niederlage von Cheruskia Laggenbeck im Spiel gegen SC Verl II sprechen da eine eindeutige Sprache. Die Jungs einer Kreisliga-Mannschaft haben da lange dran zu knacken und stecken das nicht so einfach weg. Diese Regelung verbietet sich eigentlich schon aus moralischen Gründen, aber die haben dort wohl nichts zu suchen, wenn es um Vereinsinteressen geht. Da sind die Verbände gefordert, denn irregulär haben Verl und Wiedenbrück nicht gehandelt!

Die B Junioren der Sportfreunde erhielten zudem in der 12. Minute eine rote Karte wegen eines zweifelhaften Handspiels und mussten die restliche Zeit in Unterzahl spielen. Die Niederlage war somit also schon vorprogrammiert, obwohl sie zunächst auf Augenhöhe mitgespielt hatten. „Wir sind einfach nur total frustriert, Wiedenbrück hat heute mit der kompletten Landesliga Truppe gespielt, was hat das noch mit Fairplay oder Aufstiegsrunde zu tun, wir sind so enttäuscht von diesem System.“ Die Worte von Lottes Trainerteam Simon Still und Marco Jarkowski spiegeln genau das wieder, worum es in dieser Diskussion geht. Fairness wird von allen Verbänden als ein sehr wichtiges Element im Fußball angesehen, gefördert und belohnt und hier wird es mit Füßen getreten.

Beim SC Verl war über das komplette Spiel gegen Laggenbeck nicht eine Schwachstelle in der Mannschaft auszumachen. Keine Kreisligamannschaft hätte gegen diese gut ausgebildete und spielstarke Mannschaft gewonnen, obwohl Laggenbeck in den ersten 20 Minuten gleichwertig mitgespielt hatte und die erste Chance zum 1:0 leider vergeben hatte. Es war zweifelsfrei schön anzusehen, mit welchen einfachen Spielzügen, Kurzpassspiel und sehenswerten Spielverlagerungen der SC Verl die Tore herausgearbeitet hat, aber bitte nicht in einer Aufstiegsrunde, worauf man das ganze Jahr hingearbeitet hat.

Lottes U17 spielt also in der nächsten Saison weiterhin in der Kreisliga A und probiert es im nächsten Jahr nochmal, oben mit dabei zu sein. Laggenbeck hat nächste Woche zumindest noch ein Endspiel gegen SpVg Emsdetten, denen erging es übrigens genauso wie Cheruskia Laggenbeck beim 2:5 gegen den SC Verl II. Schade, dass es auch eine von den beiden Mannschaften noch treffen wird, Verl ist nämlich schon aufgestiegen, genauso wie Wiedenbrück.