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Was kommt nach der Ära Manfred Wilke

Wird es wieder hell oder noch finsterer nach dem Wechsel an der Spitze der Sportfreunde?

Zu den Vorkommnissen, die gerade bei den Sportfreunden Lotte aktuell passieren, insbesondere der Entlassung vom sportlichen Leiter Manfred Wilke, ein Kommentar von
Rolf Grundke

 

Wenn das Alphatier geht, gibt es in der Regel heftige Positionskämpfe um dessen Nachfolge und was im Tierreich Bestand hat, kann man auch auf den Menschen übertragen, denn der stammt vom Tier ab. Ganz so einfach ist es natürlich nicht aber manche Verhaltensweisen erinnern stark an instinktives Verhalten. 

Vielleicht ist diese Aussage auch etwas gewagt, aber grundsätzlich geht es immer um die Frage nach dem Sinn eines Alphatieres oder um in die Fußballsprache zu wechseln, um einen „Macher“, der die Geschicke eines Vereins immer im Blick haben und jegliches Leid von ihm wenden sollte, möglichst ohne eigene Interessen zu verfolgen. Dabei ist es egal, ob dieser Macher sportlicher Leiter, Geldgeber oder sonst was im Verein ist. Ist er alles in Personalunion, sind alle von ihm und seinen Entscheidungen abhängig. Solange es optimal läuft für den Verein, scheint alles gut zu sein und die Personalien hinter dem Macher können nicht mehr tun, als „Gewehr bei Fuß“ zu stehen. Bei so einem Führungsstil ist es schwer, nach Identifikationsmerkmalen zu suchen und vor allem zu finden, es sei denn, man schwimmt auf einer Welle. Das scheint aber nicht mehr der Fall zu sein.

Über Jahre war Manfred Wilke dieser Leitwolf bei den Sportfreunden Lotte und wer seinem Willen nicht folgte, wurde aussortiert, er duldete niemanden Gleichwertiges an seiner Seite. Ihm war es viel zu müßig, sich mit anderen Meinungen auseinander zu setzten, das behinderte ihn in seiner Art, schnell und bestimmt zu handeln. Abwägen, diskutieren oder gar Fehler eingestehen, das gehörte nicht zum Repertoire eines Manfred Wilke. Es lief ja auch seit Jahren gut, ging immer weiter nach oben – mit der ersten Mannschaft. Selbst das Wilke dabei die Basis anscheinend völlig aus den Augen verlor, gab er ganz offen zu, indem er immer wieder betonte, dass die Basis nicht sein Ding sei, darum konnten und sollten sich immer die anderen kümmern. Die Regeln für den Nachwuchsbereich stellte er dabei aber trotzdem indirekt selbst auf und passte immer auf, dass der nicht zu groß, teuer und mächtig wurde.

Wird der Verein zum Spielball des Bosses und schleichen sich vermeidbare Fehler ein, wird es Zeit zu handeln. Lotte ist nun durch viele rechtliche Veränderungen in der Lage zu handeln und der Abstieg aus Liga 3 scheint dazu genau der richtige Zeitpunkt zu sein. Manfred Wilke ist nach diesem schweren Schlag angezählt worden und man weiß im Moment nicht genau, ob er in den Ring zurückkehrt oder ob das überhaupt gewollt ist. Eines ist aber sicher, Manfred Wilke wird sich nicht zufrieden geben mit einem Job in zweiter Reihe. Und noch eines scheint sicher; man entledigt sich bei den Sportfreunden Lotte gerade einer riesigen Last, andere Kräfte versuchen nun die Führung des Vereins zu übernehmen, hoffentlich wird das nicht zu einer noch größeren Last.

Bleibt am Ende für den Gesamtverein zu hoffen, dass diese neue Führung in der Lage ist, diesen Verein mit all seinen Problemen zu leiten und ihm auch die nötige Anerkennung im Fußballkreis Tecklenburg zurück zu geben, die hat nämlich in den letzten Jahren arg gelitten. Nach dem Abstieg aus der Dritten Liga und dem eventuellen Aufstieg der U19 in die Bezirksliga würde man sich ja auch sportlich intern schon wieder etwas mehr aufeinander zubewegen. Dabei ist es übrigens egal, ob die erste Mannschaft dabei ausgegliedert bleibt oder nicht – nur mit Augenmaß gemeinsam an einem Strang in eine Richtung zu ziehen, das ist die Kunst und auch der Drahtseilakt, den es in Lotte zu bewältigen gilt.

Die Chance ist jetzt da, ob ohne oder mit Manfred Wilke