SC Hörstel und SV Büren auf Schalke | Rolf-In-Action
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SC Hörstel und SV Büren auf Schalke

Herren Kreisliga A

SC Hörstel vs SV Büren 5:3 (1:2)

Feuerwerk der Emotionen auf Schalke

Der SV Büren hat gegen den SC Hörstel trotz einer zwischenzeitlichen Zwei-Tore-Führung mit 3:5 (2:1) verloren. Somit wartet der Aufsteiger auch nach dem sechsten Spieltag auf den ersten Saisonsieg in der Kreisliga A. Für alle Beteiligten war die Partie in der Veltins Arena in Gelsenkirchen vor 904 Zuschauern ein ganz besonderes Erlebnis. Bürens Lukas Immig wird das Spiel ganz sicher nie vergessen.

Was macht der Mannschaftsbus des FC Schalke 04 an einem Samstagmorgen vor den Stadien in Büren und Hörstel? Diese Frage dürfte sich manch Einheimischer gestellt haben. Die Antwort war einfach, denn er brachte die Kreisliga-A-Kicker des SV Büren und des SC Hörstel zum Meisterschaftsspiel nach Gelsenkirchen ins Stadion des Bundesligisten. Das Spiel unter dem Motto „Dein Heimspiel in der Veltins Arena“ hatte ein Akteur des SC gewonnen.

Ex-Profis in der Umkleidekabine

Bei der Ankunft in der Arena warteten schon zahlreiche Fans auf die Aktiven. In der Umkleidekabine, in der sich tags zuvor noch die Schalke-Spieler für ihre Bundesliga-Partie gegen Bayern München umgezogen hatten, wurden die Akteure des SC Hörstel von keinem geringeren als Weltmeister Olaf Thon in Empfang genommen.
Der SV Büren wurde in den Katakomben von Martin Max willkommen geheißen, ebenfalls ein Ex-Profi des FC Schalke 04, der 1997 mit den Königsblauen den UEFA-Cup gewonnen hat. „Solch ein Spiel hat es in der Arena noch nie gegeben“ stellte Thon die Besonderheit des Aufeinandertreffens zweier Kreisliga-A-Ligisten heraus.
Der Ablauf war wie bei einem richtigen Bundesligaspiel minutengenau durchgeplant. In der Kabine hing ein Zeitplan, wann die Mannschaften zum Aufwärmen kommen sollten und wann das Einlaufen ins Stadion zu erfolgen hatte. Physiotherapeutin Imke Eversmeyer, vom Gesundheitszentrum Schwabe / Westphal (GSW) Westerkappeln, legte nebenan bei dem ein oder anderen Spieler noch letzte Tapes an, bevor es zum Aufwärmen auf den frisch verlegten Rasen ging. Für die 25-Jährige und ihren Vater Martin, der aufgrund seiner langjährigen Mitgliedschaft beim SV Büren vom Verein als Ehrengast eingeladen wurde, wurde ein Traum wahr, denn beide sind glühende Schalke-Anhänger.

Heiratsantrag vor der Fangemeinde

Während sich die Teamkollegen aufwärmten, folgte der wohl emotionalste Moment an diesem Nachmittag, denn Bürens Stürmer Lukas Immig machte seiner Freundin Mailen, mit der er fast sechs Jahre zusammen ist, einen Heiratsantrag. Als aus diesem Anlass in der Arena auch noch ein kleines Feuerwerk abgebrannt wurde, kullerten nicht nur den beiden die Tränen, sondern auch der ein oder andere Zuschauer bekam feuchte Augen.
Zehn Minuten vor Spielbeginn kehrten die Teams in die Kabinen zurück, um um exakt 12.56 Uhr mit Einlaufkindern an der Hand dann offiziell einzulaufen. „Wir wollen aus einem richtig geilen Tag einen grandiosen machen“, hatte Bürens Trainer Marcel Czichowski bei der Ansprache seinem Team gesagt. Entsprechend furios ging es zu Beginn zu Werke und setzte den Gegner früh unter Druck. Nach einem Tackling im Strafraum der Bürener entschied der Unparteiische in der 18. Minute auf Elfmeter für Hörstel, den Stefan Seiler zum 1:0 verwandelte. Bürens gut aufgelegter Torwart Nino Lücke verhinderte wenig später das 0:2. In der 31. Minute erzielte Lukas Immig mit einem direkten Freistoß das 1:1. Nach einem zu kurzen Rückpass drehte Nico Schlegel noch vor der Pause die Partie (39.) für Büren. Mit dem 3:1 durch Schlegel, der nach Querpass von Dennis Kleingünther nur noch einschieben musste, schien der Aufsteiger endgültig auf der Siegerstraße (51.). Nur vier Minuten später fiel aber der Anschluss durch Seiler und in der 66. Minute durch seinen zweiten Foulelfmeter sogar der Ausgleich. Fortan hatten die Bürener, bei denen spürbar die Kräfte nachließen, nichts mehr entgegenzusetzen. Durch eine Kopfballverlängerung von Daniel Spindler, der die „Rübe“ in einen verunglückten Schusses hielt, ging Hörstel wieder in Führung (85.), bevor Seiler, der Mann des Tages mit seinem vierten Treffer drei Minuten später endgültig die drei Punkte für den Sportclub festmachte.
Zu Beginn der anschließenden Pressekonferenz wünschte Bürens Trainer Marcel Czichowski seinem Stürmer Lukas Immig alles Gute, denn für ihn war es aufgrund anhaltender Rückenbeschwerden sein letztes Spiel im Büren-Trikot. Czichowski zeigte sich mit dem Auftritt seines Teams weitestgehend zufrieden, sprach aber von einem letztlich verdienten Sieg für Hörstel, das nie aufgesteckt und immer an sich geglaubt habe. Sein Gegenüber Sebastian Bruns freute sich naturgemäß über den Sieg. „In der ersten Halbzeit hatte ich den Eindruck, dass wir nur zu einer Stadionbesichtigung hergekommen sind“, übte er auch Kritik. Danach lobte er sein Team aber für die engagierte zweite Halbzeit und dankte auch den zahlreichen mitgereisten Fans.
Anschließend stärkten sich beide Mannschaften auf dem Schalker Markt, dem Hospitality-Bereich der Arena, mit Nudeln und Currywurst und ein paar Kaltgetränken, bevor es mit den Schalke-Bussen wieder nach Hause ging.