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Nach Elferkrimi: Arminias Damen buchen DFB-Pokal-Achtelfinale

Fotos und Text von Thomas Wägener

Arminia Ibbenbüren – Bramfelder SV 8:6 n.E. (3:3, 2:2)

Die Damen von Arminia Ibbenbüren sind durch ein 8:6 nach Elfmeterschießen über Zweitligist Bramfelder SV ins Achtelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Zur Heldin wurde Ibbenbürens Torhüterin Stefanie Kösters, die den zweiten Elfmeter parierte und den entscheidenden selbst verwandelte. Nach der regulären Spielzeit und auch nach der Verlängerung hatte es 3:3 gestanden.   

Die Partie brauchte knapp eine Viertelstunde, um in Fahrt zu kommen. Mit der ersten Chance im gesamten Spiel, ging der Gast aus dem Norden von Hamburg in der 14. Minute per Kopf nach einem Eckball in Front, der von Ibbenbürens Torhüterin unterlaufen wurde. Im direkten Gegenzug hatte Bramfelds Torhüterin größte Mühe, einen von Imke Eversmeyer getretenen Freistoß, über das Tor zu lenken. Mit dieser Aktion war auch der Westfalenligist in der Partie angekommen. In der 19 Minute kamen die Gastgeber durch Melissa Steffen zum Ausgleich, die von Eversmeyer mit einem Pass von halbrechts mustergültig in Szene gesetzt wurde. Die weit aus ihrem Tor geeilte Gäste-Keeperin war zwar noch dran, doch trudelte die Kugel zum Jubel der rund 300 Zuschauer zum 1:1 über die Linie. Fünf Minuten später war es wieder Steffen, die mit dem 2:1 die Partie binnen kurzer Zeit drehte. Die Torschützin profitierte diesmal von einem „Luftloch“ einer Gäste-Spielerin und hatte zudem Glück, dass der Ball vom Innenpfosten ins Tor kullerte. Danach beruhigte sich das Spiel ein wenig. In der 39. Minute wäre dann beinahe der Ausgleich gefallen, doch warfen sich gleich zwei Arminen in die Schussbahn und verhinderten so das 2:2. Auf der Gegenseite klärte Bramfelds Torhüterin mit dem Fuß nach einer übersichtlichen Situation zur Ecke. Wenige Minuten später folgte der negative Höhepunkt. Nach einem Zweikampf im Mittelfeld verletzte sich eine Gäste-Spielerin so schwer am Fuß, dass sie mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Mit der letzten Aktion fiel durch einen Schuss ins lange Ecke in der Nachspielzeit der 2:2-Ausgleich, der nicht unverdient war, denn in der ersten Spielhälfte begegneten sich beide Teams weitestgehend auf Augenhöhe.

Das änderte sich nach dem Seitenwechsel, denn nun spielte sich das Geschehen hauptsächlich in der Hälfte der Arminia ab. In der 55. Minute tauchte Arminias Torhüterin Stefanie Kösters bei einem nicht ungefährlichen Fernschuss sicher ins bedrohte linke Eck ab. Auf der Gegenseite zog Arminias Angreiferin Imke Eversmeyer fast von der Mittellinie ab, und hätte die zu weit vor ihrem Gehäuse postierte Bramfelder Keeperin mit ihrem Versuch beinahe überrascht. Die Kugel strich jedoch am rechten Pfosten vorbei. Nur eine Minute später versuchte Teamkollegin Nathalie Bock auf eine ähnliche Weise zum Erfolg zu kommen. Diesmal war die mit einem hohem Risiko spielende Schlussfrau der Gäste zur Stelle. In der 64. Minute bot sich Bramfeld die große Chance zur erneuten Führung. Der Zweitligist hatte sich schön durch die Mitte kombiniert, dann aber am langen Eck vorbeigezielt. In der 72. Minute hatte Melissa Steffen dann die Chance auf ihren dritten Treffer, setzte die Kugel aus etwa 18 Metern jedoch rund zwei Meter über den Kasten. In der 77. Minute ging Bramfeld erneut in Führung. Nach einem Freistoß konnte eine Gäste-Akteurin unbehelligt einlaufen und erzielte per Kopf das 3:2 für ihre Farben. Bis kurz vor Schluss sah es nicht danach aus, als könnte Ibbenbüren noch einmal in die Partie zurückkommen. Im Gegenteil: Mit einem Kopfball, der an die Latte klatschte, wäre Bramfeld beinahe in der Nachspielzeit die endgültige Entscheidung gelungen. So blieb Ibbenbüren in der Partie und hatte in buchstäblich letzter Sekunde eine  letzte Chance. Melissa Steffen setzte sich am linken Flügel durch, legte die Kugel zurück auf Daria Schmidt, die aus zentraler Position aus etwa zehn Metern doch noch zum Ausgleich traf. Danach pfiff die Unparteiische direkt die Partie ab. Nach ereignisreichen 90 Minuten stand es also 3:3 und so ging es in die Verlängerung.

Hier schwanden den Akteurinnen beider Teams zusehends die Kräfte. So dauerte es bis zur 117. Minute, ehe es noch einmal gefährlich wurde. Ein Freistoß von Ibbenbürens Nathalie Bock parierte die Gäste-Torhüterin und da auch die eingewechselte Marie Mikosch nicht an der Schlussfrau vorbeikam, musste das Elfmeterschießen entscheiden.

Hier parierte Arminias Stefanie Kösters gleich den zweiten Strafstoß. Da ansonsten alle Spielerinnen trafen, hatte Ibbenbürens letzte Schützin, beim Stand von 7:6, die Chance, ihre Mannschaft ins Achtelfinale zu schießen. Kösters trat nun selbst an und verwandelte humorlos mit dem Vollspann. Sekunden später wurde die Pokal-Heldin unter dem Jubel der begeisterten Zuschauer unter einer Spielertraube begraben. Es folgten weitere Jubelszenen, bei denen sich die singenden und springenden Siegerinnen immer wieder in die Arme fielen. Auch Arminias freudestrahlender Trainer Frank Schlichter ließ sich von seinen Spielerinnen zu einem Tänzchen an der Eckfahne animieren.

Das Achtelfinale wird am 3. und 4. Dezember dieses Jahres ausgetragen. Der Gegner der Ibbenbürenerinnen steht zwar noch nicht fest. Sicher ist aber, dass die Arminia als klassentiefere Mannschaft, in jedem Fall erneut ein Heimspiel haben wird.