Lengerich verpasst knapp die Sensation | Rolf-In-Action
Logo

FOLGE UNS AUF

Lengerich verpasst knapp die Sensation

Westfalenpokal

Preußen Lengerich – SF Lotte 2:3 (1:1)

Sie hatten es zum Spiel des Jahres erklärt, sie wollten einfach nur ein gutes Spiel abliefern. Man war nicht so vermessen zu glauben, man könnte gewinnen gegen die übermächtigen Drittligisten aus Lotte, aber man wollte sich nicht blamieren und beherzt aufspielen. Am Ende sind die Jungs von Trainer Christian Hebbeler mit Applaus in die Kabine begleitet worden. Preußen Lengerich hätte die vier Ligen höher spielenden Sportfreunde fast blamiert, die entgingen einer Verlängerung nur durch ein Tor in der 93. Minute von Neuzugang Patrick Schikowski, also genau mit dem Schlusspfiff. Gegen Werder Bremen hatte es Lotte deutlich leichter.

In den ersten 15 Minuten des Spiels kontrollierte Lotte den Ball und übernahm sofort die Initiative. Lengerich schaute erstmal zu und versuchte möglichst schadlos den ersten Angriffswirbel der Sportfreunde zu überstehen. Das gelang den Preußen auch sehr gut, weil Lotte die Konsequenz im Torabschluss vermissen ließ. Dann passiert in so einem Pokalspiel das, was häufig geschieht, der Außenseiter kommt in der 23. Minute zum Konterangriff, hat eigentlich bis dahin noch keine nennenswerte Szene gehabt, und es steht 1:0. Das Tor war aber umso schöner herausgespielt, Angriff über die rechte Seite, den Ball quergelegt und dann von Dennis Greiff beherzt draufgehalten und im linken, langen unteren Eck versenkt. Da hatte SFL-Torwart Yannick Zummack keine Chance. In der Folge bemühte Lotte sich zwar, noch etwas mehr Druck aufzubauen, aber Lengerich hatte nun den Respekt vollständig abgelegt und spielte sehr gut mit. In der 32. Minute war es dann aber Luka Tankulic, der nach einer gelungenen Aktion den Ball aus kurzer Distanz zum 1:1 Pausenstand einschob.

Nach dem Seitenwechsel legte Lengerich los wie die Feuerwehr und hatte gleich zu Beginn zwei hochkarätige Chancen, erneut in Führung zu gehen. Der Gastgeber merkte nun, dass Lotte an diesem Abend durchaus schlagbar war. Die Angst nun völlig abgelegt, versuchten die Preußen nun erneut in Führung zu gehen. Es war die 65. Minute, als ein Preußenspieler von der rechten Außenbahn eine Flanke über die gesamte Abwehr schlug, maßgenau auf den Kopf von Nico Niemeier, der stieg höher, als sein Gegenspieler und köpfte das Spielgerät wuchtig in den linken Knick. Da war nichts dran zu halten, der war sehr schön gesetzt.

In den letzten 10 Minuten, die Lengericher mussten ihrem eigenen hohen Tempo nun etwas Tribut zollen, kam Lotte plötzlich doch noch ins Spiel und setzte den Gastgeber nun arg unter Druck. Doch zunächst brachten die vielen Strafraumszenen kein Erfolg. Also musste ein umstrittener Strafstoß herhalten, um in der 85. Minute durch Andre Dej den Ausgleich zu erzwingen. Verdient war das mittlerweile nicht mehr, Lotte hätte sich nicht beschweren dürfen, hier zu verlieren. Jetzt wollte man aber auch unbedingt gewinnen um so einer Verlängerung zu entgehen. Und wie es dann auch so häufig kommt, macht am Ende doch der Favorit noch sein Tor. Der Schiedsrichter hat seine Pfeife schon im Mund, als der letzte Lotter Anrgiff vom sonst eher schwachen Schikowski am gut aufgelegten Torwart Jonas Witte zum umjubelten 3:2 Siegtreffer vorbei ins lange Eck gelegt wird.

Hut ab vor der Leistung des Landesligisten, der dem Bundesligisten alles abverlangt hat und ihn fast am Rand der Niederlage hatte. Ein toller Pokalabend, den Preußen Lengerich so schnell nicht vergessen wird und den die Sportfreunde möglichst schnell abharken müssen, denn am Samstag kommt SSV Jahn Regensburg ins Frimo Stadion in Lotte.

Ausführlicher Bildbericht folgt