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Kreis Tecklenburg wird Bundesliga

Foto: Gut Lachen haben Thomas Ochmann, Katharina Eiter und Robin Saatkamp

(Trainerteam der zukünftigen Bundesligamannschaft der U17 Mädchen von Arminia Ibbenbüren)

U17 Mädchen der DJK Arminia Ibbenbüren kurz vor dem Aufstieg in die Junioren-Bundesliga

Gut organisierte Informationsveranstaltung im Jugendraum der DJK

 

10 Punkte Vorsprung auf Aachen, heute gegen SV Bedburg-Hau

Wer sich in den letzten Wochen den Mädchenfußball im Kreis Tecklenburg angeschaut hat, im speziellen den U17 Regionalliga Fußball der DJK Arminia Ibbenbüren, dem wird nicht entgangen sein, dass die Mannschaft von Cheftrainerin Katharina Eiter ganz oben an der Tabelle steht. U16-Mannschaften wie zum Beispiel vom 1. FC Köln, SGS Essen oder Bor. Mönchengladbach wurden auf die Plätze verwiesen. Aufsteigen können die zwar sowieso nicht, da schon deren U17 Mädchen in der Bundesliga spielen, aber in der Meisterschaft kommt wohl niemand mehr an der Arminia vorbei. Die einzige Mannschaft, die das noch theoretisch schaffen könnte, ist Alemannia Aachen, die haben aber bei noch vier ausstehenden Spielen einen Rückstand von 10 Punkten. Am heutigen Samstag können die Arminen-Mädels den Aufstieg in die U17 Junioren-Bundesliga beim SV Bedburg-Hau also perfekt machen. Das Spiel findet heute um 16:00 Uhr statt.

 

U17 Mädchen werden einzige Bundesligamannschaft (Fußball) im Kreis

Damit bekommt der Junioren-Fußball im Tecklenburger Land plötzlich eine ganz andere Bedeutung. Nicht mehr die Sportfreunde Lotte sind dann das am höchsten spielende Team in unserem Fußballkreis, eine U17-Mädchenmannschaft wird dieses Prädikat dann für sich beanspruchen.

Am letzten Mittwoch gab es zu einer sehr möglichen Bundesliga-Saison 2019/2020 eine offizielle Erklärung vom Verein, zu der auch rolfinaction eingeladen wurde. Ich möchte mich allerdings nicht so viel mit den formellen Dingen auseinandersetzen, das hat ausreichend der Kollege Jan Kappelhof von der IVZ getan, mich interessiert mehr die sportliche Entwicklung zu dieser einmaligen Chance, Bundesligafußball im TE-Kreis zu sehen und zu erleben.

 

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, der Erfolg steht nicht an erster Stelle

Zurzeit stricken die Verantwortlichen des Vereins auf Hochtouren an der Bundesligasaison der eigenen U17 Mädels, das zweistufige Lizensierungsverfahren zwingt den Verein zu einer Fülle von zu erledigenden Maßnahmen. Macher und Koordinator dieses Unternehmens ist Mädchenfußball-Obmann Markus Bischoff. Sehr detailliert und strukturiert führte er durch die öffentliche Informationsveranstaltung und hatte mit dem Vorstand, dem Trainerteam und einem Juristen kompetente Leute zur Seite.

Die DJK geht nicht blauäugig in das Unternehmen „Bundesliga“, sondern ist sich der Verantwortung gegenüber den Mädels sehr bewusst. Sie sollen das Jahr vor allem genießen und auf die Frage, was passiert, wenn… , antwortete Cheftrainerin Katharina Eiter: „Wir haben einen Zweijahresplan erstellt, der auch den Rückweg in die Regionalliga beinhaltet. Uns ist schon klar, dass wir im kommenden Jahr gegen gestandene Bundesligisten spielen, die ganz andere Möglichkeiten haben, als wir. Wir bleiben da sehr realistisch und orientieren uns an den Mannschaften, die ähnlich wie wir aufgestellt sind. Und sollte am Ende der Saison der Klassenerhalt dabei herausspringen, ist das eine ganz große Sache, wenn nicht, haben wir sicherlich ein tolles Jahr gehabt und viel Erfahrung gesammelt.“ Eiter weiß natürlich auch, dass ihre Leistungsträgerinnen in den Seniorenbereich wechseln werden, allen voran Lina Jäger, die in den zurückliegenden drei Spielzeiten bisher 66 Tore geschossen hat und in den verbleibenden vier Spieltagen noch auf 70 Treffer kommen kann. So eine Spielerin kannst du nicht eins zu eins ersetzen, da müssen nun andere diese Aufgabe übernehmen. In den letzten beiden Jahren hat Jäger sich die Torjägerkrone der Regionalliga West geholt (Kaum wird sie in dieser Saison von Kölns Leonie Krump noch zu verdrängen sein).

Aber die Arminia vermeldet in der letzten Zeit fast täglich weitere Neuzugänge. Noch am 8. Mai hat man mit Janne Lagemann-Kohnhorst (Warendorfer SU) und Lia Feldmann (SC Preußen Lengerich) die nächsten beiden Neuzugänge festgemacht.

 

Die Mädchen bekommen eine gute und sichere Führung, DFD Richtlinien müssen beachtet werden

Während der Bundesligazugehörigkeit wird auch den Eltern ein großer Teil Verantwortung abgenommen, bedenkt man, das der DFB Richtlinien für Vereine vorschreibt, die beinhalten, dass auf die schulischen Leistungen der Mädchen unter Aufsicht geachtet werden muss, und das der Nachwuchs immer sportmedizinisch und physiotherapeutisch betreut sein muss. Während der Bundesligazugehörigkeit sind die Vereine den Statuten des DFB unterworfen, das ist im Hinblick auf den großen Aufwand, den diese jungen Menschen betreiben müssen, auch dringend erforderlich. Weitere Maßnahmen, ob das die vorgeschriebene B-Lizenz eines Trainers ist, ob das zwei Fußballplätze sind, die der Verein für die Bundesliga zur Verfügung stellen muss oder ob das der Unterbau der Jugendabteilung sein wird, um nur einige wenige Aufgaben zu nennen, die der Verein bis zum 1. Juli 2019 im zweiten Schritt des Lizensierungsverfahren abarbeiten muss, werden im Moment auf Hochtouren erledigt.

 

Medienvertreter erhalten neuen Stellenwert

Ein Punkt, der für uns Pressevertreter sehr wichtig ist, ist die neue Art der Zusammenarbeit zwischen dem Verein und den Medienvertretern. „Zwar wird kein Spiel auf Sky oder ähnlichen TV-Kanälen zu sehen sein, aber unser Umgang mit der Presse wird auf jeden Fall auch einen anderen Stellenwert einnehmen, als das zur Zeit der Regionalligazugehörigkeit der Fall war“, gab Bischoff schmunzelnd zu Protokoll. Das heißt im Klartext, dass die Medienvertreter auch über Einzelheiten der anstehenden Auswärtsspiele informiert werden. Ein Extra-Termin mit der Presse kurz vor Beginn der Bundesliga-Saison unterstreicht diese neue Richtung der Öffentlichkeitsarbeit.

 

Am Ende auch erwähnenswert…

Eines bleibt am Ende auf jeden Fall noch zu erwähnen: Für den Fußballkreis 31 Tecklenburg ist der Aufstieg der DJK Arminia Ibbenbüren U17-Mädchen eine große Chance, sich einer riesigen Öffentlichkeit zu präsentieren. Der „David“ hat sich im Pool der „Goliath´s“ jeden Respekt und jede Unterstützung verdient. Auf diesem Wege muss man das Unternehmen Junioren-Bundesliga als große Chance für den Mädchenfußball in unserem Kreis sehen, der nachhaltige, positive Auswirkungen auf Jahre haben wird.

Zu erwähnen bleibt auch, dass dieser Erfolg nicht nur Katharina Eiter alleine zuzuschreiben ist, sondern das auch der Ex-Trainer Birger Röber, der zusammen mit Eiter und Rückkehrer Robin Saatkamp maßgeblichen Anteil an diesem Erfolg hat.