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Inklusion im Sport zum Thema gemacht

von Walter Wahlbrink

Tagung in der Gaststätte Antrup auf dem Dickenberg

 

Inklusion erhält große Wertschätzung

Die erste Infoveranstaltung zum Thema Inklusion im Juniorenfußball fand am Montagabend in der Gaststätte Antrup auf dem Dickenberg statt und war mit 30 Teilnehmern gut besucht. Eingeladen waren alle Vereinsvertreter des Fußballkreises Tecklenburg. Zum Koordinationsteam für Inklusion gehören Melanie Horstmann, Imke Holtmeyer, Helmut Hettwer und Integrations-Beauftragter Ralf Stille.  Bei der Begrüßung der Delegierten war Kreisjugendobmann(KJO) Helmut Hettwer aus Lienen sehr erfreut über die große Resonanz. Er machte bei seiner Einleitung gleich deutlich, dass der Behindertensport im Fußballkreis Tecklenburg eine große Wertschätzung hat.

Stille ist Leiter der Behindertengruppe des SC Hörstel

Die erste Tagung war geprägt durch den Hauptvortrag von Ralf Stille aus Rheine. Stille ist Leiter der Behindertengruppe des SC Hörstel und zugleich Mitglied der Inklusionsarbeitsgruppe des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalens(FLVW). Vor einer Leinwand referierte er über die Definition  und Bedeutung von Inklusion. „Für mich ist Inklusion; wenn alle mit machen dürfen ob behindert oder nicht behindert. Mit unserem Projekt soll eine Brücke zwischen behinderten und nicht behinderten Fußballerinnen und Fußballern im Sinne der Inklusion geschlagen werden. Der Begriff für Inklusion steht für die gleichberechtigte und selbstverständliche Teilhabe für Menschen mit Behinderung. Es geht um Offenheit, Toleranz und ein besseres Miteinander. Für alle geht es um Spaß und nicht um Leistung.“.

Inklusionsfußballschule in den Herbstferien

In seinem einstündigen Referat vermittelte er der Versammlung  auch seine eigenen Erfahrungswerte mit behinderten Sportlern im Stützpunkt des SC Hörstel. Es macht einfach nur Spaß mit behinderten Menschen zu trainieren. Sie sind alle so dankbar und zeigen großen Respekt. Es kommt unheimlich viel zurück“, meinte er. Vor zehn Jahren hat der SC Hörstel eine Inklusions-Mannschaft für Menschen mit einer Behinderung gegründet und hat sich seitdem stetig weiterentwickelt. Derzeit hat das Hörsteler Stützpunkt-Team 34 aktive Mitglieder. Das Stützpunkttraining findet in der Sommersaison freitags(16 Uhr) im Hörsteler Waldstadion, und in der Wintersaison samstags(10 Uhr) in der Ludgerus-Sporthalle statt. An dem Training können alle Erwachsenen und Kinder mit und ohne Behinderung teilnehmen. Das Hörsteler Inklusionsteam nimmt regelmäßig an Turnieren teil und veranstaltet auch selber ein Fußballturnier. Darüber hinaus bietet der Stützpunkt Hörstel im Sommer ein mannschaftsinternes Trainingscamp an und veranstaltet in den Herbstferien eine einwöchige Inklusionsfußballschule für Menschen mit und ohne Behinderung.

Trainerfortbildungen in Kaiserau

Der SC Hörstel ist Mitglied in der Arbeitsgruppe des FLVW zum Thema Inklusion und nimmt am Projekt „Einfach Fußball“ des Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen teil. Für sein integratives Engagement wurde der SC Hörstel 2010 mit dem Förderkreis der pädagogischen Dienste Rheine, und vier Jahre später mit der Sepp-Herberger-Urkunde des Deutschen Fußballbundes(DFB) ausgezeichnet. Der Fußballverband hat aber auch im Zuge der Weiterentwicklung für Fortgeschrittene eine Fördergruppe installiert. „Bei dieser Fördergruppe geht es auch nicht um Leistung, sondern um Spaß und Austausch mit anderer Inklusionsvereinen“, sagt Helmut Hettwer vom FLVW. In der Sportschule Kaiserau finden jährlich Trainerfortbildungen statt.  Der Infoabend war für alle Besucher eine Anregung, eine neue Inklusions-Mannschaften zu bilden. „Wir brachen bei der Weiterentwicklung des Projekts viel Geduld. Vielen fehlt auch der Mut, sich bei einem Sportverein anzumelden. Wir hoffen über diesen Weg auf einen größeren Zulauf“, meinte Stille.

Hörstel und Mettingen haben bereits eine Inklusionsmannschaft/-Team

Zurzeit haben nur der SC Hörstel und der VfL Eintracht Mettingen im Fußballkreis Tecklenburg eine Inklusions-Mannschaft. Das Inklusionsteam des VfL Eintracht Mettingens wurde schon 2001 ins Leben gerufen. Im Moment haben wir 22 Teilnehmer und würden uns über weitere Anmeldungen freuen“, meinte Leiter Lothar Westmeyer. Das Mettinger Inklusionsteam trainiert Freitags ab 16.30 Uhr in der Tüöttensporthalle.  Viele Vereine im TE-Kreis haben schon in den unteren Altersklassen Fußballerinnen und Fußballer mit Behinderung integriert. „Bei uns im  Fußballkreis Tecklenburg sind alle Menschen mit Behinderungen herzlich Willkommen“, sagt Kreisjugendobmann Helmut Hettwer.