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In 12 Minuten stellt Recke den Spielverlauf auf den Kopf

Herren Bezirksliga Staffel 12

TuS Recke – ISV 3:2

SR: Tim Jarczyk
 
Die Gefühlswelten des Heiko Becker will keiner teilen

In der Bezirksliga Staffel 12 kam es am Sonntag Nachmittag bei herrlichem Fußballwetter vor 350 Zuschauern zum Derby zwischen Recke und der ISV. Und einige Recker hätten um ein Haar das Eintrittsgeld zurückverlangen können, denn die ISV dominierte das Spiel nahezu über 80 Minuten und führte bis zur 82. Minute völlig verdient mit 2:0. Allerdings trauten die 350 Zuschauer ihren Augen nicht, was sie da in den letzten verbleibenden 12 Minuten incl. 4 Minuten Nachspielzeit zu sehen bekamen. Neben totaler Niedergeschlagenheit auf Seiten der ISV überwog der grenzenlose Jubel der Recker und dessen Anhang. Was war passiert?

Eine etwas pomadig spielende Mannschaft der Hausherren hatte einer hoch konzentrierten und bestens auf das Derby eingestellten Mannschaft aus Ibbenbüren zunächst nicht viel entgegenzusetzen. Die ISV kämpfte sich schnell in das Spiel und übernahm dank eines couragierten Auftritts von Beginn an die Initiative. Belohnt wurde diese Arbeit mit dem 0:1 kurz vor der Pause von Philip Bosse. 

Nach dem Seitenwechsel das selbe Spiel, die ISV spielte beseelt von der ersten Hälfte beherzt weiter und Recke machte zu Beginn des zweiten Durchgangs noch nicht den Eindruck, hier den Spieß umdrehen zu wollen. Dann, es war die 64. Minute, fiel der verdiente zweite Treffer auf 2:0 durch Julian Wesselkämper, das Spiel schien gelaufen und Trainer Becker mahnte seine Jungs sofort, die volle Konzentration beizubehalten. Vielleicht hat der fußballverrückte Becker schon zu viel erlebt und weiß, dass auch in 10 Minuten eines sicher geglaubten Sieges noch alles passieren kann. Davon, dass das Sonntag auch hätte geschehen können, ging zu dem Zeitpunkt des 0:2 allerdings keine Menschenseele im Fürstenbergstadion aus. Und eine entscheidende Szene gab es noch um 16:17, diese Zeit speicherte meine Kamera, als Felix Kuhlenbeck nach einer Flanke von der rechten Seite mit einem Flugkopfball das Tor von Jannik Sriskanderajah nur um wenige Zentimeter verfehlte, da hätte es schon 2:0 heißen können.

Reckes Trainer Marc Wiethölter brachte mit Dennis Sriskanderajah, Phillip Büchter und Mika Fredrik Wesselmann schon vor dem 0:2 drei frische Leute, deren Wechsel sich auch so langsam bemerkbar machte, aber noch erfolglos blieb. Es folgte aber Minute 82 und somit die Wende in dem bis dahin souveränen Spiel der ISV. Marvin Strotmann war es, der zu diesem Zeitpunkt den 1:2 Anschlusstreffer für Recke erzielte und damit bei den TuS-Spielern einen Hebel umlegte. Fortan erpressten sie sich jeden Ball und Becker sah das Unheil seinen Lauf nehmen. Noch ein paar Minuten überstehen und der „Dreier“ ist gerettet, mag er gedacht haben, aber Recke wollte zumindest diesen einen Punkt zu Hause behalten und dafür musste noch ein Tor her. Und am Ende bedarf es vielleicht solcher ausgebufften Spieler wie Maik Klostermann, die sich in so einer Phase des Spiels entscheidend einsetzen, einen eroberten Ball auf der rechten Seite nicht mehr verloren geben, eine Flanke in den Strafraum schlagen, die den eingewechselten Sriskandarajah maßgenau treffen und der macht dann das Ding rein. Das eine Mannschaft, die innerhalb von fünf Minuten das Spiel komplett dreht, dann auch alles will, ist altes Fußballgesetz und oft klappt das auch. So auch in diesem verrückten Derby, als Dominik Pieper in der 94. Minute den Ball zum 3:2 Siegtreffer über die Linie des ISV Tores schob. Da brachen alle Dämme in der Recker Mannschaft und auf den Rängen dauerte es noch eine Zeit lang, bis alle begriffen, was da auf dem Platz gerade geschehen war. Eine total frustrierte Mannschaft der ISV und ein völlig fassungsloser und erschütterter Becker mussten die Jubelstürme der Gastgeber über sich ergehen lassen, bitterer konnte es für den Gast aus Ibbenbüren nicht kommen!